EINE DOKUMENTATION
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Bahnstation Crailsheim Bahnstation Crailsheim

Bau und Streckeneröffnung

Der württembergische Landtag beschloss am 13. April 1865 den Weiterbau der Kocherbahn nach Crailsheim. Daraufhin wurden die Erdarbeiten für das Bahnhofsplateau begonnen. Die Bauleitung für die Gleisanlage hatte Bauinspektor Karl Theodor Schuster. Der Bauingenieur Baumann war für die Hochbauten zuständig. Am 29. Januar 1866 erfolgte die Ausschreibung für das Empfangsgebäude, die Nebengebäude sowie ein Güterschuppen mit Rampen. Baumann musste mit den vorgegebenen Geldmitteln auskommen.

Das Empfangsgebäude Crailsheim

So entstand ein dreigeschossiges Empfangsgebäude (in Württemberg auch Verwaltungsgebäude genannt) mit Uhrenturm. Drei Viertel des Gebäudes wurden unterkellert. Dazu kamen Nebengebäude, in denen Brennmaterial, eine Waschküche sowie mehrere Magazine untergebracht waren. Der gehauene Sandstein kam aus Neuenstein, Hall und Eckartshausen. Der optische Eindruck des Stationsgebäudes wurde durch die Rundbogenfenster und Türen aufgewertet. Der Uhrenturm konnte durch seine Höhe bis in die Stadt hinein gesehen werden. Die wesentlichen Bauarbeiten waren weitgehend fertiggestellt, sodass der Eröffnungszug aus Aalen am 15. November 1866 in den Inselbahnhof einfahren konnte.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Es folgten drei weitere Streckeneröffnungen: von Heilbronn am 10. Dezember 1867 und von Lauda am 23. Oktober 1869. Durch die Streckeneröffnung aus Nürnberg am 1. Juni 1875 wurde Crailsheim zum Grenzbahnhof. Das Empfangsgebäude verlängerte man um 19 Meter, da für die bayerische Bahn separate Diensträume benötigt wurden. Die Gleisanlagen wurden auf der Ostseite des Bahnhofs erweitert. Dabei achtete man peinlich genau darauf, dass der bayerische und der württembergische Teil getrennt blieben. Jede Bahngesellschaft verfügte über einen eigenen Güterschuppen und Verladerampen. So konnten die Güter der jeweils anderen Bahngesellschaft umgeschlagen werden. Im bayerischen Bahnhofsteil entstand ein Ringlokschuppen mit Drehscheibe und den Versorgungsanlagen für die Dampflokomotiven. Am 18. April 1870 eröffnete ein neues Bahnbetriebswerk. Es war bis zum 10. Juni 1987 in Betrieb. 1886 erhielt der Bahnhof sein erstes „Centralstellwerk“, von dem alle Weichen im südlichen Bahnhofsteil gestellt werden konnten. Am 31. Dezember 1889 endete der Staatsvertrag mit Bayern. Die Württembergische Staatsbahn übernahm den bayerischen Teil des Bahnhofs. 1892 ging das zweite „Centralstellwerk“ im nördlichen Bahnhofsteil in Betrieb. Am 1. April 1920 ging die Württembergische Staatsbahn in die Deutsche Reichsbahn über. 1932/33 baute man im südlichen Bahnhofsteil einen Ablaufberg mit angeschlossener Gleisharfe. Er war bis 1982 in Betrieb. Am 4. April 1945 wurde der Bahnhof komplett zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wiederaufbau.

Das zweite Empfangsgebäude

Ein 10 mal 8 Meter großes, provisorisches Empfangsgebäude wurde im Spätsommer 1945 in Betrieb genommen. Aufgrund der großen Flüchtlingswelle aus Ostdeutschland musste ein größeres Stationsgebäude geschaffen werden. Hierfür beseitigte man die Trümmer des alten Empfangsgebäudes und baute auf dessen Kellermauern ein neues Provisorium. In ihm waren Diensträume mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie ein Warteraum untergebracht. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das einstöckige Provisorium ist bis heute erhalten geblieben und macht einen gepflegten Eindruck. Auch der Zugang zum Gebäude ist offen. Es gibt im Außenbereich sogar ein öffentliches Toilettengebäude. Das gehört heute bei der Deutschen Bahn AG nicht mehr zum Standard eines Bahnhofs.
Planung und Konzession
Bilder Crailsheim
Bahnhof (Württ.) 1905
Luftaufnahme
Bahnhof (Bay.) 1910
Bahnhof 1848 Bahnhof 1848 Crailsheim - Nürnberg Crailsheim Nürnberg Hbf
Die Eisenbahn “kam” am 15. November 1866 nach Crailsheim. Also 31 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Crailsheim hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 2.890 Einwohner (Ende 2018 waren es 34.400 Einwohner).
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