EINE DOKUMENTATION
© Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten Ansicht der Bahnstation Cölbe von der Straßenseite aus gesehen
Bau und Streckeneröffnung Am 3. April 1850 eröffnete die Kurhessischen Staatsbahnen den 15,09 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Kirchhain (Bz. Marburg) und Marburg (Lahn) der Main-Weser-Bahn. Die 199,8 Kilometer lange Gesamtstrecke ging am 15. Mai 1852 in Betrieb. Sie verlief von Kassel über Cölbe nach Frankfurt am Main. Das Dorf Cölbe erhielt keine Betriebsstelle. Weitere Streckeneröffnungen oder Änderungen Erst 1868 wurde ein Haltepunkt eingerichtet, da es erste Planungen gab, eine Nebenbahn von Laaspe nach Cölbe zu Bauen. Am 19. März 1883 wurde das Teilstück der „Oberen Lahntalbahn“ zwischen Laaspe und Cölbe eröffnet. Die 88,4 Kilometer lange Gesamtstrecke zwischen Kreuztal und Cölbe ging am 1. Oktober 1889 in Betrieb. 1882 Begannen die Bauarbeiten für einen Abzweigbahnhof in Cölbe. Er erhielt eine Güterabfertigung an den Gleisen der „Oberen Lahntalbahn“ und ein Empfangsgebäude. Leider gibt es darüber keine weiteren Informationen. Die Burgtalbahn von Warburg nach Marburg (Lahn) wurde in vier Teilstrecken gebaut. Die vier Kilometer lange Verbindungsbahn zwischen Cölbe und Sarnau entstand bereits 1890. Die 100,9 Kilometer lange Gesamtstrecke ging am 1. Mai 1900 in Betrieb. Der Bahnhof mit seiner viel zu kleinen Gleisanlage wurde zum Eisenbahnknoten. Im Sommer 1904 hielten im Bahnhof Cölbe pro Tag 65 Züge auf der Hauptbahn und 29 Züge auf der Nebenbahn. Deshalb wurden die Gleisanlagen wesentlich erweitert und Umgebaut. Die Ortsgüteranlage wurde völlig umgestaltet und erhielt eine Rampe für die Holzverladung.

Das Empfangsgebäude Cölbe

Das Empfangsgebäude im Heimatstil mit neobarocken Komponenten gebaute Gebäude wurde 1908 nach einem Entwurf von Alois Holtmeyer erbaut. Das auf einem Sandsteinsockel errichtete Bauwerk besaß einen fast zentralen Giebelbau, in dem sich Fahrkarten-, Gepäckschalter sowie Diensträume befanden. Er wurde nördlich von einem ähnlichen traufenständigen Trakt mit Mansardendächern flankiert, an dem ein turmartiger Treppenaufgang zum Dachgeschoss angebaut war. Im gegenüber liegenden Gebäudeteil befanden sich die zwei Wartesäle und ein Dienstzimmer. Dahinter gab es einen Durchgang zum Personentunnel, der zu den zwei Inselbahnsteigen führte. Der Treppenaufgang war durch eine hölzerne Dachkonstruktion abgedeckt. Im Obergeschoss befanden sich die Dienstwohnungen. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1913 erhielt der Bahnhof ein Überholgleis. Dabei musste die Signalanlage umgebaut und an beiden Bahnhofsköpfen jeweils ein Stellwerksgebäude errichtet werden. 1945 wurde ein Stellwerk durch Bombentreffer zerstört und nach dem Zweiten Weltkrieg durch ein neues Ziegelbauwerk ersetzt. 1967 wurde der Güterschuppen abgerissen. Dadurch konnte ein neuer Personentunnel gebaut werden, sodass die Reisenden nicht mehr durch das Stationsgebäude gehen mussten. 1991 stellte die Deutsche Bundesbahn (DB) den Güterverkehr im ein. 1998 wurde die Gleisanlage bis auf das Notwendige zurückgebaut. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude wurde von der Gemeinde gekauft und saniert. Es wird heute als Gemeindeverwaltung genutzt und steht unter hessischem Denkmalschutz.
Bilder Cölbe
Luftaufnahme
Die Eisenbahn “kam” am 15. Mai 1852 nach Cölbe. Also 17 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Cölbe hatte zu diesem Zeitpunkt 622 Einwohner (Ende 2019 waren es 6.666 Einwohner).
PANORAMA Obere Lahntalbahn Kreuztal Cölbe Main-Weser-Bahn Kassel Hbf Frankfurt (Main) Hbf Planung und Konzession

Bahnstation Cölbe