EINE DOKUMENTATION
© Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten Ansicht der Bahnstation Coesfeld (Westfalen) von der Straßenseite aus gesehen
Bau und Streckeneröffnung Die 103 Kilometer lange Gesamtstrecke von Dortmund nach Enschede baute die Dortmund- Gronau-Enscheder Eisenbahn- Gesellschaft (DGE) in mehreren Teilstrecken. Das erste 14,27 Kilometer lange Teilstück von Dortmund nach Lünen Nord ging am 25. November 1874 für den Personenverkehr und am 4. Dezember 1874 für den Güterverkehr in Betrieb. Die Gesamtstrecke nach Enschede wurde am 15. Oktober 1875 eröffnet. Das Empfangsgebäude Coesfeld (Westf) Das zweistöckige, traufenständige Fachwerkgebäude wurde zwischen den Gleisen der DGE auf der Westseite und der RhE (ab 1879) auf der Ostseite am 1. August 1875 in Betrieb genommen. Auf den Gleisseiten gab es einen Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt), der gleichzeitig den Eingang zum Gebäude war. Das Obergeschoss hatte seitlich eine Holzverschalung. Der nördliche Giebel besaß ein weit überstehendes Dach, was mit Konsolen und unterspannten Bogen abgestützt wurde. Die Bahngesellschaften teilten sich das Stationsgebäude. An beiden Gebäudeenden waren kleine einstöckige Anbauten entstanden. Das Satteldach besaß mehrere Dachgauben. Zur Eröffnung wurde auch der Güterschuppen fertiggestellt. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 1. Juli 1879 eröffnete die „Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft“ ihre 173 Kilometer lange Strecke von Duisburg über Coesfeld nach Quakenbrück. 1888 erhält der Bahnhof eine Drehscheibe. 1890 eine Telegrafenanstalt wird in Betrieb genommen. 1899 erhält der Bahnhof zwei Stellwerksgebäude. Das Stationsgebäude wurde später im Süden mit einem massiven Anbau verlängert. Die Preußische Staatseisenbahnen eröffnete die Strecke von Empel-Rees nach Coesfeld am 1. Oktober 1904. Die Gesamtstrecke nach Münster wurde am 1. Mai 1908 fertiggestellt. Um dem Verkehrsaufkommen gerecht zu werden, riss man das alte Empfangsgebäude 1910 ab und baute ein neues Stationsgebäude, das bis heute in Teilen erhalten geblieben ist. Das zweite Empfangsgebäude Zwischen 1908 und 1910 entstand eine komplett neue Bahnanlage mit Güter- und Verschiebebahnhof sowie einem Bahnbetriebswerk. Die Abbrucharbeiten am alten Gebäude begannen im Dezember 1910. Das neue Stationsgebäude in Seitenlage lag wesentlich näher zur Stadt. Es verfügte über eine großzügige Schalterhalle mit zwei Fahrkarten- und ein Gepäckschalter sowie Wartesäle für alle Klassen mit Nichtraucherzimmer. Ein kleines Fürstenzimmer, eine Bahnhofsgaststätte, ein Telegrafenraum und weitere Diensträume ergänzten die Räumlichkeiten. Der mittlere Gebäudetrakt besaß über dem Eingang einen polygonen Giebel sowie auf dem Dach einen Kuppelbau, der mit Kupferblech abgedeckt war. Im Süden gab es ein Paketpostamt, eine Güterabfertigung mit Güterschuppen und Rampen für Vieh und sperrige Güter. Die drei Mittelbahnsteige konnten von der Schalterhalle durch einen Personentunnel erreicht werden. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 14. August 1914 wurde ein Ablaufberg in Betrieb genommen. 1945 wurde der Bahnhof und die Bahnhochbauten durch Bombenabwurf schwer beschädigt. Das Empfangsgebäude wurde 1949 wieder Aufgebaut und 1969 umgebaut. 1959 eröffnete die Deutsche Bundesbahn (DB) eine neue Güterabfertigung mit Güterschuppen. 1970 begann der Umbau der Schalterhalle. Am 26. Mai 1974 wurde der Personenverkehr nach Bocholt eingestellt. Am 27. September 1981 wird der Personenverkehr nach Enschede eingestellt. Am 29. September 1984 stellte die DB den Personenverkehr nach Rheine ein. Im Oktober 1984 wird der Wasserturm gesprengt. Im April 1988 wird der Wartesaal geschlossen. 1990 baute die DB die Gleise 1 und 2 für eine Busspur zurück. Damit war das Stationsgebäude von der Gleisanlage getrennt. 1993 wurden die Gleisanlagen des Bahnhofs und das Stationsgebäude umgebaut. 2008 erhielt der Bahnhof ein modernes Stellwerksgebäude. Die alten mechanischen Stellwerke wurden abgerissen. 2013 wurde nach umfangreichen Sanierungsarbeiten der Bahnhof feierlich wiedereröffnet. Dabei entstand ein neuer Personentunnel. Damit konnte das Gebäude geschlossen werden. Was hat sich verändert, was ist geblieben Man sieht deutlich, dass die rechte Seite des Gebäudes wieder aufgebaut wurde, aber nicht zu dem restlichen Gebäudeteil passt. Das Empfangsgebäude macht keinen guten Eindruck mehr. Es gab 2019 Pläne seitens der Stadt Coesfeld das Stationsgebäude abzureißen.
Bahnstation Coesfeld (Westf) Bahnstation Coesfeld (Westf)
Die Eisenbahn “kam” am 1. August 1875 nach Coesfeld. Also 40 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Coesfeld hatte zu diesem Zeitpunkt wenig Einwohner (Ende 2020 waren es 36.182 Einwohner).
Dortmund - Gronau (Westf) Dortmund Hbf Gronau (Westf) Duisburg - Quakenbrück Duisburg Hbf Quakenbrück Empel-Rees - Münster Empel-Rees Münster (Westf) Hbf
Bilder Coesfeld (Westf)
Bahnhof von 1875
Luftaufnahme
Bahnhof von 1910
Bahnhof von 1875 Bahnhof von 1910 Planung und Konzession